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Thema: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile (5338-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Hallo

erst mal vorab: Alle Filter funktionieren! Nicht mal Eheim hat es geschafft einen Filter zu bauen der nicht funktioniert  :blendax:
Hier geht es in erster Linie mal um biologisch arbeitende Filter. (Mechanisch arbeitende Schnellfilter sind dabei im wesentlichen nur kleiner und haben deshalb einen sehr hohen Wartungsaufwand, da die herausgesiebten Partikel ja vor der Zersetzung aus dem Becken entfernt werden müssen. )

Am sichersten sind wohl die Innenfilter jeglicher Bauform. Die einfachsten Filter ist dabei wohl der Hamburger Mattenfilter oder HMF und der Patronenfilter. Der HMF zeichnet sich ja zudem durch seine enorme Standzeit aus. Ein Patronenfilter ist im Grunde ja auch nichts anderes als ein aufgerollter Mattenfilter. Diese Filter kann man sowohl mit Lufthebern, als auch mit Kreiselpumpen betreiben. Auch zu den Innenfiltern zählen die Mehrkammerinnenfilter. Sie werden meist im Becken eingeklebt und führen das Wasser durch mehrere Filterkammern. Hier können dann auch unterschiedliche Filtermaterialien eingesetzt werden.

Nun kommen wir zu den Außenfiltern. Hier gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Verfahren.
Geschlossene Systeme:
Das sind die weit verbreiteten Topffilter der unterschiedlichen Hersteller, aber auch die recht exotischen Sand- und Kunstharzfilter (letztere arbeiten nicht biologisch, sondern binden die Stoffe an Ionentauscher. Darum werde ich hier auch nicht weiter darauf eingehen).
Die Topffilter haben dabei ein grundsätzliches Problem: Durch die sequentielle Anordnung der Filtermedien, ohne dass zwischendurch Sauerstoff eingetragen werden kann, verkleinert sich der aerobe Bereich für die Bakterien erheblich. Dies wird meist dadurch kompensiert, dass die Strömungsgeschwindigkeit erhöht wird. Die dafür notwendigen kräftigen Pumpen brauchen natürlich auch mehr Strom.
Allen geschlossenen Außenfiltern ist aber gemeinsam, dass sie sehr unsicher sind. Schon ein kleines Leck außerhalb des Aquariums führt zur (fast) vollständigen Entleerung des Beckens.
Offene Systeme:
Hier läuft das Wasser durch einen Überlauf  und bewegt sich dann durch die Schwerkraft durch die unterschiedlichen Filtermedien. Reine Rieselfilter werden in der Aquaristik kaum noch eingesetzt, da sie sehr groß sind. Als Vorfilter für Filterbecken sind sie aber durchaus noch im Einsatz.
Filterbecken sind wohl die flexibelsten Filter die man sich vorstellen kann. Hier lassen sich unterschiedlichste Filtermaterialien verwenden und kombinieren. Da das Wasser zwischendurch auch immer wieder mit Luft in Berührung kommt, ist auch die Sauerstoffversorgung der Bakterien kein Problem. Da hier auch sehr große Filter realisiert werden können, sind diese Filter allen anderen Filtertypen oft überlegen. Da das Wasser aber beim Zurückpumpen ins Aquarium eine nicht unerhebliche Höhe überwinden muss, sind auch hier recht kräftige Pumpen im Einsatz. Filterbeckenkonstruktionen sind sehr robust und ausfallsicher. Selbst wenn es mal zu Undichtigkeiten kommen sollte, wird (bedingt durch den Überlauf) nur wenig Wasser aus dem Aquarium auslaufen können.

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #1
moin

@ Jan

Zitat
Die einfachsten Filter ist dabei wohl der Hamburger Mattenfilter oder HMF und der Patronenfilter.


im Vergleich zu neuen motorbetriebenen Systemen hast du recht, aber .....

früher ( vor 50 Jahren ) haben wir zb Plastikschüsseln, Luftschlauch nebst Ausströmer und einen Trichter verwendet, als "Filtermaterial" Kies, das war billig , in jedem Haushalt vorhanden und einfachst in der Handhabung, das Ding konnte man bei Bedarf aus dem Wasser heben und der " Dreck" ( so haben wir damals gedacht) blieb im Topf und konnte dann gut ausgespült werden,

heb heute mal einen HMF nach 1 Jahr Standzeit aus einem besetzten Aquarium , weia wird das ne Brühe

dann kamen so kleine Plastikkästen als Innenfilter für Kleinbecken , wer ein paar DM mehr ausgab kaufte die Tetra Brilliant Filter (die Schwämme) und die Eheim-Aussenfilter

der Nachteil der Tetras waren die Sauger, irgendwann klebten die nicht mehr , für mich als Schüler mit 2 DM Taschengeld waren die Eheim-Aussenfilter unerschwinglich aber die kleinen viereckigen Plastikdinger waren ok , und weil alte Liebe bekanntlich nicht rostet hab ich solche heute noch in Betrieb

Gruss aus Schaumburg

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #2
Es geht ja auch um die Frge der Effizienz. Und da steht für mich der HMF immer noch an allererster Stelle.

Ein gut eingelaufener Mattenfilter hält einem quasi jeden Nitritanstieg vom Hals. Ich weiß, wovon ich rede, halte ich ja hauptsächlich echte Ferkel. Bleibt dann auch noch ein Rest vom Frostfutter liegen oder es haut sich mal wieder einer der Dussel einen Stein aufn Kopp und liegt tagelang tot unter nem Stein, passiert mit nem HMF immer noch nix in Sachen Nitrit. Bei einem kleinen Schwammfilter oder gar Topffilter ist das eine ganz andere Geschichte.

Ich denke, der größte Unterschied liegt darin, daß ein HMF tatsächlich nur die Schadstoffe filtert, währen ein Mischbettfilter, ein Topffilter oder Mehrkammerfilter eben auch die Schwebestoffe ausfiltert und so mehr für das erwünschte "kristallklare" Wasser sorgt und mehr oder weniger die Mulmschichten verhindert.

Ich sauge halt den Mulm beim Wasserwechel ab. Die Matten werden so alle 2-3 Jahre ausgewaschen oder getauscht. Gar so schlimm ist das auch wieder nicht, mit etwas Geschick und gleichzeitigem Wasserwechsel.
LG Jutta

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Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #3
Hallo Zusammen,

danke für den Bericht und auch an Wolfgang für aquaristik-romantischen Einblick!

Alles in allem entspricht das auch meiner groben Einschätzung.
Wobei ich den Stromverbrauch von Topffiltern nicht so wesentlich finde.. bei mir sind es 16W die meisten Kreiselpumpen mit 800L/h liegen in einem ähnlichen Bereich.
Zum HMF habe ich mal gelesen, dass er eine Nährstofffalle sein soll... aber wir sind ja nicht bei Flowgrow..  :floet:

Ich freue mich auf jeden Fall auf den Zeitpunkt wenn ich meine Wasserpanscherei durch ein Filterbecken ergänzen kann.. mal sehen..wie lange das noch dauert.
Viele Grüße,
Philip

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #4
Hallo

ich habe gerade mein großes AQ umgebaut.
Vorher war der Überlaufschacht mit 20x30x70 cm als Rieselfilter in Betrieb und unter dem Becken hatte ich ein 160l Filterbecken. Zusätzlich dann noch die 200x20x20 Hydrowanne auf dem AQ.
Jetzt läuft das Becken mit einem 60x60x5 Mattenfilter und den Überlaufschacht werde ich noch als zusätzlichen Filter nutzen. Der wird dann auch noch den letzten Rest Kahmhaut und diverse Partikel entfernen

Vorher lief es prima und jetzt auch  :blendax:

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #5
Hallo

...
Wobei ich den Stromverbrauch von Topffiltern nicht so wesentlich finde.. bei mir sind es 16W die meisten Kreiselpumpen mit 800L/h liegen in einem ähnlichen Bereich.
...

16 W ist natürlich schon einiges, wobei es bei kleinen Becken wirklich weniger ins Gewicht fällt. Eine JBL proflow u750 sollte mit 670 l/h für dein AQ eigentlich gut reichen. Sie verbraucht nur 7,5W und ist recht robust.
Ich habe an meinem kleinen 360er einen Patronenfilter mit einer u500 und die reicht mit ihren 6W auch. Das sind dann 10W weniger als dein Topf. Also etwa 20,- im Jahr gespart.


...
Zum HMF habe ich mal gelesen, dass er eine Nährstofffalle sein soll...

Das können alle gut oxidierenden Filter

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #6
Also ich betreibe je eine Wand (ca. 1250 Liter) mit 35 Watt. Alles andere wäre mir auch entschieden zu teuer.
LG Jutta

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Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #7
Hallo

bei vielen Becken sind Luftheber kaum zu schlagen :)

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #8
Ich habe gerade noch mal nachgeschaut der 2073 liefert 1050l/h vergleichbar also mit einer u1000 die braucht 13W. Natürlich braucht man nicht die gleiche Leistung, da man ja eine geringere Förderhöhe hat. Aber die doppelte Umwälzung ist bei den HMFs doch zu empfehlen oder etwa nicht? Beim neuen Becken habe ich wirklich auch an einen HMF gedacht aber irgendwie bevorzuge ich doch mehr Platz im Becken zu haben, dazu kommt die nur bedingte Verfügbarkeit von Aquaristikbedarf hier in Craiova. Wenn wir im Herbst hoffentlich nach Bukarest ziehen werde ich noch mal die Möglichkeit haben was zu ändern. Dort kann man sich auch nicht über die Aquaristik Infrastruktur beklagen.

Luftheber und große Zuchtanlagen sind wohl ein unschlagbares Team.
Viele Grüße,
Philip

Re: Filtertypen und ihre Vor- bzw. Nachteile

Antwort #9
Hallo
da es hier vor Ort auch nichts gibt (und wenn man mal was findet, ist es zu teuer) kaufe ich fast alles über ebay  :blendax:

Der Topffilter bringt die 1050 l/h aber auch nur, wenn keine Filtermedien drin sind. Realistisch schaffen die etwa die Hälfte und wenn sie ordentlich eingefahren sind, nur noch 1/3

Etwas ist an den Eheim-Teilen aber doch gut: Viele Leute meinen, dass die was taugen und zahlen stolze Preise dafür bei ebay :groel:
Habe bis jetzt immer alles zu einem recht ordentlichen Preis losgeschlagen