AutorThema: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft  (Gelesen 825 mal)

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Offline Ferrika

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Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« am: 10. September 2010, 08:53:30 »
Moin,

in den vergangenen drei Wochen haben wir mal wieder einige Schritte unternommen, um Marmorkrebse aus dem Handel und den Börsen verschwinden zu lassen. Anlass war eine neuerliche Nachricht von Madagaskar, wo sich die Tiere inzwischen nicht nur zu einer Gefahr für die einheimischen Krebse entwickeln, sondern auch für die Wirtschaft. Sie haben sich dort inzwischen so stark vermehrt, daß sie alles an Grünzeug kahlfressen, dessen sie habhaft werden können, so z.B. Reisfelder und sind in Fischzuchten vorgedrungen. Die Fischzüchter klagen über einen Ertragseinbruch von bis zu 75 %.

Auch hier in Deutschland mehren sich die Nachrichten über Fundstellen. Diese sind tatsächlich nur auf die Aquaristik zurückzuführen. Dies ist ein Grund, dafür u sorgen, daß der Handel die Tiere nicht mehr vertreibt und Fischbörsen und Kleinanzeigenmärkte sensibilisiert werden, darauf zu achten, daß diese Tiere dort entweder gar nicht mehr angeboten werden dürfen oder aber nur noch mit ausreichender Warnung.

Diesmal waren die Apelle sehr erfolgreich. Es freut mich, daß

-ebay Kleinanzeigen daran arbeitet, diese Angebote in Zukunft überwachen zu können
-meine Fischbörse ebenfalls eine Warnung eingestellt hat und daran arbeitet, eine Möglichkeit in der Software zu schaffen, um diese Angebote mit einer Warnung zu versehen
-quoka eine Anzeige gleich entfernt hat und dem Anbieter die Auflage machte, eine Warnung ins Angebot zu schreiben
-Hornbach die Tiere vollständig aus dem Sortiment nimmt
-Faszination Krebse seinen Text geändert hat und nun eine deutliche Warnung zu den Tieren schreibt
-das Aquariumforum das Einstellen im Biete-Bereich vollständig untersagt hat
-ZfV die Warnung groß angepinnnt hat

Ich hoffe sehr, daß diese Beispiele Schule machen. An euch alle die Bitte: haltet in eurer Region doch ein wenig die Augen offen und sprecht vielleicht mit den Börsenbetreibern, daß diese Krebse dort nicht mehr angeboten werden dürfen. Gerade Käufer, die diese Tiere auf Börsen erstehen, stehen oft nachher vor einem für sie unlösbaren Problem und entsorgen dann die Tiere im nächsten (leider meist in einem Schutzgebiet befindlichen) See.
« Letzte Änderung: 10. September 2010, 08:55:52 von Ferrika »
LG Jutta

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Offline Naias

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #1 am: 12. September 2010, 07:46:55 »
Moin,

in den vergangenen drei Wochen haben wir mal wieder einige Schritte unternommen, um Marmorkrebse aus dem Handel und den Börsen verschwinden zu lassen. Anlass war eine neuerliche Nachricht von Madagaskar, wo sich die Tiere inzwischen nicht nur zu einer Gefahr für die einheimischen Krebse entwickeln, sondern auch für die Wirtschaft. Sie haben sich dort inzwischen so stark vermehrt, daß sie alles an Grünzeug kahlfressen, dessen sie habhaft werden können, so z.B. Reisfelder und sind in Fischzuchten vorgedrungen. Die Fischzüchter klagen über einen Ertragseinbruch von bis zu 75 %.

Auch hier in Deutschland mehren sich die Nachrichten über Fundstellen. Diese sind tatsächlich nur auf die Aquaristik zurückzuführen. Dies ist ein Grund, dafür u sorgen, daß der Handel die Tiere nicht mehr vertreibt und Fischbörsen und Kleinanzeigenmärkte sensibilisiert werden, darauf zu achten, daß diese Tiere dort entweder gar nicht mehr angeboten werden dürfen oder aber nur noch mit ausreichender Warnung.

Diesmal waren die Apelle sehr erfolgreich. Es freut mich, daß

-ebay Kleinanzeigen daran arbeitet, diese Angebote in Zukunft überwachen zu können
-meine Fischbörse ebenfalls eine Warnung eingestellt hat und daran arbeitet, eine Möglichkeit in der Software zu schaffen, um diese Angebote mit einer Warnung zu versehen
-quoka eine Anzeige gleich entfernt hat und dem Anbieter die Auflage machte, eine Warnung ins Angebot zu schreiben
-Hornbach die Tiere vollständig aus dem Sortiment nimmt
-Faszination Krebse seinen Text geändert hat und nun eine deutliche Warnung zu den Tieren schreibt
-das Aquariumforum das Einstellen im Biete-Bereich vollständig untersagt hat
-ZfV die Warnung groß angepinnnt hat

Ich hoffe sehr, daß diese Beispiele Schule machen. An euch alle die Bitte: haltet in eurer Region doch ein wenig die Augen offen und sprecht vielleicht mit den Börsenbetreibern, daß diese Krebse dort nicht mehr angeboten werden dürfen. Gerade Käufer, die diese Tiere auf Börsen erstehen, stehen oft nachher vor einem für sie unlösbaren Problem und entsorgen dann die Tiere im nächsten (leider meist in einem Schutzgebiet befindlichen) See.

Moin Jutta,
also, Dein Tag kann unmöglich nur 24 Stunden haben, wie machst Du das alles? Jedenfalls ist es wirklich sehr schön, dass Dein wichtiges Engagement endlich von Erfolg gekrönt wird. Ich kann noch ergänzen, dass Kai Quante mir geschrieben hat, dass er auch intensiv dran ist im AKWB, sie wollen dort auf Handelsbeschränkungen auf allen Ebenen auf freiwilliger Basis hinarbeiten und wirbellose.de wird wohl auch demnächst endlich entsprechend überarbeitet werden. Es tut sich was  :supi:

Ich werde bei nächster Gelegenheit auch mal mit dem Chefe des einen hiesigen Aquarienvereins sprechen, der eine monatliche große Börse abhält.

Gruß
Susanne
« Letzte Änderung: 12. September 2010, 07:53:04 von Naias »

Offline Ferrika

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #2 am: 12. September 2010, 08:38:46 »
Moin Susanne,

das klingt gut mit Kai. Den hatte ich noch gar nicht angeschrieben. Ich glaub, ich muß doch noch in den Aquarienverein eintreten *g*

Weißt Du, das Anschreiben dieser Leute ist gar nicht so viel Aufwand. Ich hab mir dazu Texte vorgefertigt, die ich nur ein wenig modifizieren muß. Das war mal eben wieder ein Rundumschlag, nachdem die Meldung von Madagaskar kam. Die hat wahrscheinlich mehr bewirkt als mein Schreiben, denn wenn es um wirtschaftlichen Schaden geht, hat das Thema plötzlich Gewicht.

Ich werde mir unseren Börsenwart auch nochmal vornehmen. Da ich dieses Jahr aktiv auf der Börse bin, werde ich nicht viel Zeit finden, rumzugehen und nachzuschauen, wer da wieder Marmorkrebse unter falscher Bezeichnung anbietet. Es ist zwar sehr viel besser geworden, aber ein paar Unverbesserliche hats leider immer dabei.

Ich freu mich, daß Du bei dem Thema mitmachst.
LG Jutta

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Offline Ferrika

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #3 am: 29. September 2010, 13:14:16 »
Moin ihr,

gerade kam ein Anruf von Freßnapf. Die Marmorkrebse werden von der Bestelliste genommen und dürfen in Zukunft nicht mehr in den Filialen geführt werden.

Ich bin hocherfreut!
LG Jutta

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Offline speedy

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #4 am: 29. September 2010, 14:05:48 »
DAS find ich richtig klasse, Jutta  :supi:
Viele Grüße,
Marion

Offline Domi

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #5 am: 15. Januar 2011, 11:48:22 »
Hallo Jutta,
ich züchte Marmorkrebse um sie zu verfüttern und bin recht glücklich darüber, dass ich immer mal wieder einen Eimer voll im Aquaristikgeschäft (von Kunden) bekomme.
Zum Glück nehmen noch Leute Marmorkrebse entgegen....
Aber wo sollen die Leute mit ihren Marmorkrebsen hin, wenn sie demnächst nicht mehr auf Börsen verkauft werden dürfen, bei OnlineKleinanzeigen nicht mehr eingestellt werden und Läden wie Fressnapf ein "Handelsverbot" ausschreiben ?
NIcht jeder möchte seine Krebse verfüttern (lassen)!
Da schmeißen die Leute sie doch noch eher in die Aue vor der Tür!

Und warum beschränkt auf Marmorkrebse,
Procambarus clarki ist auf dem Vormarsch in unseren Aquarien und der Natur!
Cherax quadricarinatus wurde gerade im Plöner See (schleswig Holstein) nachgewiesen
und Cambarus und Oronectes Arten sind groß im Kommen..

Sollte man diese Arten dann nicht auch gleich verbieten - gerade bei der schlechten Haltbarkeit von Pc. clarki auch naheliegend?

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte nicht kritisieren wie Du Dich engagierst, ganz im Gegenteil ich bin beeindruckt und weiß aus meiner Arbeit im Naturschutz wie schwer und zum Teil ernüchternd dies ist, trotzdem möchte ich nicht nur schreiben "hey super!" sondern möchte bischen mehr wissen und bißchen hinterfragen!

Gruß Domi

Offline Ferrika

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #6 am: 15. Januar 2011, 12:36:47 »
Hi Domi,

natürlich ist ein solches Verbot immer ein zweischneidiges Schwert (damit meine ich jetzt ein Verbot, die Tiere auf Börsen und online anzubieten). Eigentlich ging es auch zu Beginn erst einmal gar nicht um ein Verbot, sondern um Information. Leider stellt man, da wirst Du mir beipflichten, im Laufe der Zeit fest, daß alle Information oder zunächst einmal auch der Informationswille, nicht hilft, wenn man mit völlig beratungsresistenten Kunden oder unzufriedenen oder gleichgültigen Mitarbeitern zu tun bekommt. Hinzu kommen die Gestalten, die (das habe ich selbst oft genug erlebt) auf Börsen Marmorkrebse unter falscher Bezeichnung verkaufen. Ich glaube nicht, daß die tatsächlich alle nicht wissen, was sie verkaufen.

Irgendwann kommt man dann bei der doppelten Gefahr der Marmorkrebse dahin, daß nur noch eine starke Einschränkung des Angebotes der Unvernunft und Gier verschiedener Menschen Einhalt gebieten kann. Schau mal, EIN Marmorkrebs in ein Gewässer geworfen, genügt, Quadratkilometer Oberflächengewässer für alle Zeiten unbrauchbar für andere Arten zu machen. Abgesehen davon... ich möchte nicht in ein paar Jahren schauen, was dieser Wirbellosenhype bis dahin angerichtet hat. Bis vor drei, vier Jahren war die Haltung von Marmorkrebsen nur einigen wenigen Leuten vorbehalten und bekannt. Dann kam der Wirbellosenhype und viele witterten mit der leichten Vermehrbarkeit des MK eine schnelle Geldquelle. Damit wurde der ohne Rücksicht auf Verluste unters Volk gebracht und damit ist das Desaster erst richtig losgegangen.

Wenn es Leute gibt, die ihren Krebsnachwuchs nicht verfüttern lassen wollen, sollen sie soviel Verantwortungsbewusstsein aufbringen, dem Krebs die Eier zu entfernen, sobald sich ein neues Gelege unterm Fächer befindet. Wenn sie auch das nicht wollen/könne, dann sollen sie bitte keine Krebse halten. Sorry, ich bin da genauso rigoros wie bei der Haltung von anderen Tieren. Jemand, der nicht in der Lage ist, sein Tier bei Leiden einschläfern zu lassen ohne seinen Kater aus falsch verstandener Männlichkeitssolidarität nicht kastrieren lässt, soll bitte keine Katzen oder Ähnliches halten. Die Haltung von Haustieren bringt nunmal nicht nur eitel Freude Sonnenschein, sondern auch ein paar unbequeme Pflichten mit sich. Und da muss ich als Mensch hinter den Notwendigkeiten zurückstecken.

Warum es nur um Marmorkrebse geht? Weil die sich allein vermehren und Tier genügt, um ganze Gewässer zu verseuchen. Bei den anderen NA brauchts wenigstens 2 von der Sorte mit unterschiedlichem Geschlecht. Die Gefahr ist also 4 : 1. Marmorkrebse können, wie Madagaskar gerade beweist, ganze Landstriche verwüsten. Wollen wir das?
LG Jutta

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Offline robi

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #7 am: 13. Februar 2012, 20:44:29 »
Hallo Jutta,

im Grunde ist doch jede Krebsart die hier in Deutschland überleben kann und sogar vermehren kann ein Problem. Dies gilt im Grunde für jede Art aus Biotopen wo das Klima dem in Deutschland gleicht. Der einige Unterschied ist dass es bei dem Marmorkrebs nur einem Tier bedarf um zum Problem zu werden. Inzwischen wissen wir aber dass es noch andere Arten gibt die sich  vermehren können. Ich glaube dass die meiste Tiere beim Wasserwechsel entweichen. Meistens sind es wohl die kleinste Stadien. Dies kann man aber leicht verhindern indem man einen mit feiner Gaze bespannter Trichter am Schlauchanfang anbringt. Es ist also nicht die Tierart sondern mal wieder die Unvernunft der Halter die das Problem haben entstehen lassen. Aus Erfahrung mit andere Tierarten kann man aber auch davon ausgehen dass viele dieser Krebsen ausgesetzt wurden. Denke man nur an die viele Rotwang  und Goldfischen die in viele Gewässer bei Uns mittlerweile heimisch sind und die Amphibien das Leben schwer oder gar unmöglich machen. Und wer kennt nicht das Märchen wo die Ente den Goldfisch Laich an den Füssen von einmem im nächsten Gewässer tragen. Lange war der Marmorkrebs ein Mysterium ohne Namen um dann zum Problemtier zu mutieren. Eine traurige Karriere!!  Robi

Offline NanoUBoot

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #8 am: 13. Februar 2012, 21:25:23 »
Wenn es schon Fundstellen gibt und wenn der Vertrieb schon derart breit angelegt war (Hornbach, Fressnapf...), dann ist doch wohl das Kind sowieso schon lange im Brunnen; oder der Krebs im Teich, sozusagen, oder?

Andreas

Offline nachtjaeger

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #9 am: 14. Februar 2012, 18:31:17 »
krebse im teich, rotwangenschildkröten, zebrabuntbarsche, guppys im bach......
wer ist eigentlich schuld ?
der verkäufer der nicht aufklärt (was schlimm genug ist) ?
oder der halter der sie aussetzt (was meines erachtens nach schlimmer ist) ?
es wird soviel in deutschland durch gesetze geregelt, sogar die haltung von exotischen tieren soll verboten werden.
aber niemand bekommt es hin ein einfaches einfuhrverbot für z.b. rotflossenantennenwelsen, haiwelsen, walwelsen, riesenschlangen o.ä. zu erlassen.
ich persöhnlich habe kein problem damit, das sich jemand einen rotflossenantennenwels kauft.
voraussetzung sind allerdings ein aquarium mit den maßen 4x1x1meter, und wer hat das schon ?
sind wir doch mal ehrlich, ein hübsches tier wird billig angeboten......
der käufer stellt keine fragen, der verkäufer will verkaufen.....
richtig oder falsch ?
jutta macht sich schon einige zeit stark dafür das mamorkrebse aus dem handel verschwinden, und das ist gut so !
aber ein flügel macht eben noch keine windmühle.
marmorkrebse sind leicht zu vermehren, bringen geld.
also werden sie verkauft, leider...
ist doch in etwa das gleiche wie mit den hundewelpen, sie sind günstig, aber zu früh von der mutter getrennt oder krank.
oder reptilien, illegal eingeführt, mit parasiten mehr als belastet.
solange gekauft wird, wird auch verkauft....auf teufel komm raus.
leute, kauft euch bücher, lest in foren nach und glaubt nicht sofort alles.
macht euch doch auch mal selber gedanken, etwa so wie vor der zeit der computer.
manchmal hilft eben auch nachdenken oder das gespräch mit einem "alten aquarianer", sei es nun persöhnlich oder zur not auch per email.
ok, das ist meine art mir viele feinde zu machen  :)
viele grüße
dirk
und falls ich es mal vergesse....
viele grüße
dirk

Offline NanoUBoot

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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #10 am: 14. Februar 2012, 21:06:21 »
Viel Feind, Viel Ehr  :blendax:

Im Ernst glaub ich nicht, dass der Beitrag schon dafür reicht. Da müssten schon Wüteriche hier umgehen. Aber ob es die ausgerechnet in ein kleines Forum für "Rand-Zierfische"  :) verschlägt.

Also ich bin auch keinesfalls Fatalist, was das Thema angeht. Wenn es aber nun schon so weit ist, wie es ist, helfen vll. nur noch Gegenmaßnahmen. "Pille für Krebse"? Heimische Feinde? Krankheitserreger?

Die Frage nach der Schuld läuft sich tot. Sonst müsste man schon "gesamtschuldnerisch" irgendjemanden aus den vielen herausgreifen können. Und auch das hilft ja dem Umstand nie ab. Das ist das gleiche "Moral Hazard"-Problem wie bei den Finanzanlagen. Das komplexe System durchschaut keiner, Risiken kann kaum einer einschätzen. Und wenn, sind alles nur 1000 Kleine Leute, die nur das ihrige im Sinn haben - einen späteren Großschaden trägt die Allgemeinheit.

So wird das auch bleiben, wenn bestimmte Prinzipien beibehalten werden sollen. Bsp. eine prinzipielle Erlaubnis für Alles und Jeden, solange nichts anderes gilt. Diesem Rechtsstaatsprinzip verdanken wir Berge von Papier, und Heerscharen von Papiertigern und deren Bändigern.

Ich selber würde das Prinzip in Fällen wie hier lieber umkehren. Man könnte bspw. bei Lebewesen - aufgrund der eben innewohnenden Dynamik und schlechten Steuerbarkeit und aus ethischen Gründen - generell von einem Verbot ausgehen. Verbunden mit einem Genehmigungsvorbehalt. Damit müsste auch der Hobbytourismus zum Selberfangen von Exoten deutlich an die Leine gelegt werden. Wildfangimporte jeder Art müssten peinlichst registriert werden und die Besitzer die "Hosen runterlassen" - datenmäßig, haftungsmäßig. Neue Arten sollten in ausgewählten Instituten oder bei zugelassenen Haltern vorher zu einer Art umfassenden "Quarantäne" einziehen. Zur umfassenden Beobachtung von Verhalten, Fortpflanzung etc. Dort sollten dann Freigaben erteilt werden (oder nicht), samt Folgenabschätzungen und Reaktionsmöglichkeiten.*

Das alles beziehe ich auf sog. Exoten. Bei Haustieren kann das anders aussehen. Der Vergleich mit dem Hund ist darum auch ein bisschen schief, finde ich. Ein kranker Hund ist kein ökologisches Problem, sondern ein trauriger Fall für sich.


Ganz kann man aber die Artenwanderungen nicht verhindern. Die Wanderratte ist so eine globale Katastrophe seit einigen Jahrhunderten. Sie hat hier die heimischen Hausratten verdrängt, anderswo noch viel mehr, sich zudem in Milieus breit gemacht, die die Vorgänger noch nicht mal kannten - und frisst dabei ein Mehrfaches, wiegt mehr und vermehrt sich stärker. Sie ist der einzige Säuger NEBEN DEM MENSCHEN (in jeder Hinsicht), der wie dieser jeden Winkel der Erde erobert hat.

Vor reichlich zehn Jahren habe ich mich über eine braune Nacktschnecke gewundert. Jetzt sehe ich keine schwarzen mehr.

VG Andreas

Offline nachtjaeger

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  • Geld kann man nicht essen !
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Re: Marmorkrebse, ein Kampf gegen Unvernunft
« Antwort #11 am: 14. Februar 2012, 22:32:54 »
Klingt im Ansatz sehr gut.
Aber selbst wenn der Hobbytourismus zum Selberfangen von Exoten deutlich an die Leine gelegt wird, werden die großen Exporteure weiterhin eben genau diese Tiere versenden.
Es doch meistens eben nur ums Geld.
Neu importierte Tiere erst prüfen, ich drücke das hier mal einfach so kurz aus, dürfte sehr schwer sein, bzw. sich über Jahre hinziehen, nicht jeder der sich Profi nennt ist es auch, egal ob Institut oder Privatmensch.
Gerade in diesem Forum sieht man doch das mancher "Kleine/e" mehr schafft als angebliche Experten.
Es würde ja schon reichen ein Importverbot für Tiere auszusprechen die bekannter Weise in unserer Natur ausgesetzt werden weil sie einfach zu groß werden und dann nicht mehr gewollt werden.
Bekannt sind da sicher viele Arten in Terraristik und Aquaristik.
Eine komplette Beschneidung ist, meiner Meinung nach, nicht der richtige Weg.
Denn dann hätten es nur wieder bestimmte Leute in der Hand Preise zu bestimmen...ahhh, da ist es wieder das liebe Geld.
Ich liebe dieses Hobby und versuche ! den Tieren eine gute und Artgerechte Unterkunft zu bieten.
Ich spreche mich auch nicht von Fehlern frei, aber meine Geldgier ist doch soweit begrenzt das ich keinen Haiwels in ein 60cm Becken verkaufe, oder einen Brackwasserfisch in ein Gesellschaftsbecken, oder, oder oder....
Um es auf den Punkt zu bringen:
1. wenn Tiere wie der Marmorkrebs oder andere unsere einheimischen Tiere bedrohen weil sie ausgesetzt werden.
2. wenn Tiere für Normalaquarien zu groß werden.
3. Wenn Tiere erwiesener Weise nicht richtig ernährt werden können.
Dann muß dem Verkauf und dem Handel mit diesen Tiere ein Riegel vorgeschoben werden.
Aber nehmt den kleinen Züchtern, die sich aufopfernd um ihre Tiere kümmern und alles tun um sie zu vermehren nicht die Chance auch neue Arten zu vermehren und der Aquaristik zugänglich zu machen.
allenj noch eine schöne Nacht
dirk
und falls ich es mal vergesse....
viele grüße
dirk

 


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