AutorThema: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?  (Gelesen 1139 mal)

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Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« am: 26. November 2016, 22:41:41 »
Moin zusammen,
wollte mal fragen, ob hier jemand die ein oder andere Art hält.
Habe in einem anderen Forum gelesen, dass sie ganz gut mit M. pancalus gehalten werden können, allerdings weiß ich die genaue Art nicht, müsste ich nochmal nachschauen.
Mir geht es aber um generelle "Daten" des Komplexes, näher betrachtet werden die ansorgii(wenn ich irgendwann mal welche finde...)
Ich habe schon lange Erfahrungen mit dem "großen" Ctenopoma acutirostre, aber die kleinen(wie bei den Stachelaalen) sollen ein ganz anderes Verhalten zeigen.
Bei Fragen, fragen.
mfg
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Offline ingo 66

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #1 am: 08. Mai 2017, 16:46:11 »
Hallo,
das Thema ist zwar schon etwas aelter aber eventuell besteht ja noch Intresse.
Ich habe viele Jahre versch.Micros gezuechtet.

Gruesse
« Letzte Änderung: 14. Mai 2017, 19:52:05 von ingo 66 »

Offline adde

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #2 am: 11. Mai 2017, 23:54:36 »
 :supi:
Moin, klar besteht noch immer Interesse. Das Becken derzeit ist zwar schon besetzt, aber wo eins steht, können auch zwei stehen...
Welche Arten hattest oder hast denn gezüchtet/gehalten?
Habe derzeit 6 Ctenopoma acutirostre, muss aber langsam in kleineren Dimensionen denken.
Freue mich über viele Bilder und noch mehr Informationen... :supi:
mfg
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Offline ingo 66

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #3 am: 14. Mai 2017, 19:48:14 »
Namd,
mit Bildern kann ich leider nicht mehr dienen.Irgendwie sind die alle verschollen.
Ich hatte bis vor einigen Jahren:
 ne Fuenfer Gruppe Ctenopoma acutirostre.Bei denen hatte ich keine Ambitionen nachzuziehen zumal es,bis auf einige Zufallszuchten bisher nur Einem gelungen ist Leos gezielt nachzuziehen.
ne Dreier Gruppe Ctenopoma pellegrinii.Die hab ich dreimal nachgezogen,dann wurde es einfach zu viel.Sind tolle Fische die auch richtig Spass machen.
Gezielt habe ich nachgezogen:
Microctenopoma damasi
  "            "          fasciolatum    (verschiedene FO)
  "            "          cf.congicum   (selten,nicht zu bekommen)
  "            "          ansorgii         (verschiedene FO)
  "            "           spec.MaiNDombe
letztere sind extrem selten und so wie es aussieht aus der Aquaristik wieder verschwunden.
https://www.youtube.com/watch?v=oKG_J5VJcUg
In dem Video sind zwei Paare der weltweit ersten F1 Nachzuchten zu sehen wo wir sie gerade vom Zuechter abgeholt hatten.Herrliche Tiere!
Wenn Du Fragen zur Haltung oder Zucht hast,-immer her damit.

Gruesse






Offline adde

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #4 am: 19. Mai 2017, 00:31:10 »
moinsen,
vielen Dank.
Am ehesten die ansorgii, verschiedene FO hört sich interessant an gibt es starke Variablen bezüglich der Färbung und des Klimas/Fundorte?
mfg
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Offline ingo 66

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #5 am: 20. Mai 2017, 09:57:42 »
Moin,
richtig,-bei den versch.FOs gibt es teils grosse Unterschiede in Farbe,Koerperform und Endgrosse bei M.ansorgii.
So wir Ansorgii meist mit einer Endgrossse von max.8cm angeben.Ich selber hatte von "dem deutschen Buschfischexperten"zwei maennliche Methusalems bekommen mit einer Groesse von sage und schreibe 11cm !!!!Leider waren diese Beiden aufgrund ihres Alters nicht mehr zu Zucht"tauglich"und so bekamen sie bei mir ihr Knadenbrot.
Ich hatte damals zwei versch.mir aber unbekannte FOs.Den genauen FO zu erfahren ist oft sehr schwer bis unmoeglich.Das kommt daher dass Gross,-oder Einzelhaendler diesen selber nicht wissen,ebenso wie private Zuechter und dass die wenigen Importeure keine Angaben dazu machen.
So unterschiedlich die versch.FOs auch sein koennen sind die Haltungsbedinungen jedoch gleich.Meiner Erfahrung nach stellen die meisten Buschfische keine grossen Ansprueche an die WW.In etwas weichen,leicht angesaeuerten Wasser zeigen sie allerdings ihr praechtigen Farben staerker und auch das arttypische Verhalten.Ich hatte meine damals bei einem PH von 6-6,5.zwei Teile Osmose oder Regenwasser und drei Teile Leitungswasser aufbereitet mit Erlenzapfen.Dieses Zeug lieben Ansorgiis.Temperatur 20-24 Grad wobei die auch mit zeitweise hoeheren Temperaturen zurechtkommen,sich dann aber nicht besonders wohlfuehlen.Das Becken sollte gut bepflanzt sein und mit Verstecken in Form von Hoelzer und Wurzeln ausgestattet sein.Schwimmpflanzen tragen zum Wohlbefinden bei.Gefuettert wird(bei Wildfaengen)anfaenglich mit Lebenfutter,nach der Eingewoehnung wird meist problemlos Forstfutter genommen.Ausgewachsene Artemia,rote,weisse,schwarze Muelas,Enchys.Daphnienen,zerschnippeltes Miesmuschelfleisch,zerschnippelte Pinkiemaden und Mehlwuermer ergaenzen den Speiseplan.
In ein 60er becken koennen ein Bock mit zwei Maedels gehalten werden allerdings bevorzugte ich eine Beckgroesse von mind.80cm.In dieser Groesse entwickeln sich die Tiere einfach besser.Will man zuechten braucht man nicht viel zutun vorausgesetzt oben genanntes wird eingehalten und die Fische zeitweise gut gefuettert.Ein grosszuegiger WW mit kuehleren Wasser foerdert die Fortpflanzung.Ansorgiis sind Schaumnestbauer.Wer nun aber regelmaessig die Wasseroberflaeche noch nem Nest absucht wird oft enttaeuscht.Ansorgiis bauen extrem schlampig.Ein Klecks Blubberblaeschen der oft nach"menschl.Spucke"aussieht und dann unter Schwimpflanzen verborgen ist,-mehr wird selten zu finden sein.
Der Bock huetet und pflegt das Gelege wobei dann selbst seine Maedels nichts zu lachen haben.Man kann das Nest im Becken zeitigen lassen und kurz vor dem Schlupf mit Wasser aus den Becken in ein Aufzuchbecken ueberfuehren,vorausgesetzt man findet den Klecks der sich Nest nennt.
Die Larven vom Ansorgii sind winzig und muessen mit Winzigstfutter aufgezogen werden.Ich hatte dafuer Pantoffeltierchen und Microwuermchen.Nach ca.2 Wochen kann man dann mit Artemianauphlienen fuettern.
Ansorgiis sind eher bodenorientiert daher wuerde ich sie nicht mit Bodenfischen vergesellschaften.Ruhige Mitbewohner des Mittelwasser werden meist ignoriert,tragen sogar,besonders bei Wildfaengen dazu bei dass die anfaengliche Scheu bald abgelegt wird.
Ansorgiis koennen(wenns sein muss)auch kraeftig austeilen.Innerartliche Aggressionen kommen vor,besonders unter Boecken.Meist bleibt es aber bei Flossenspreizen und weiteren Drohgebaerden.Es kann aber auch mal richtig zu Sache gehen!Hier gibt es Unterschiede bezueglich des FOs.
Reicht erstmal?
Noch Fragen?Immer her damit.

Gruesse






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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #6 am: 20. Mai 2017, 20:19:08 »
 :supi:
moin, danke, danke, sehr ausführlich.
Tja, das mit den FO hab ich mir schon gedacht, ist ja bei jeder Fischart schwer.
Wie sieht`s bei dir mit bettas aus? Mich würden die albomaculata interessieren...?
mfg
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Offline ingo 66

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #7 am: 20. Mai 2017, 21:49:37 »
Namd,
albomaculata ????????????????????????
Den Betta gibts nich!
Entweder meinst Du Betta albimarginata oder Betta unimaculata.....?????
Albi is n kleiner max.5cm gross werdender Betta,Uni dagegen kann schnell mal 13 cm ins Rennen werfen.
Wir haben derzeit Albis mit FO Malinau,unsere Uni damals waren Muara Wahau,praechtige Viecher!
Um was gehts genau?

Gruesse

Offline adde

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #8 am: 30. Mai 2017, 02:13:20 »
ollah, :vorn:
ich meine die recht groß werdenden roten mit der gesichtsmaske!
ich hoffe, du weißt ,welche ich meine.
mea culpa für alles falsche...
von mir
MfG
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Offline ingo 66

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #9 am: 02. Juni 2017, 12:05:22 »
Mahlzeit,
dann meinst Du wohl den Koenig der Bettas,-Betta macrostoma von dem es,was die wenigsten wissen auch zwei FO gibt die sich nicht nur von Aussehen sondern auch von Wesen extrem unterscheiden.
Wir hatten Beide,den bekannten"Brunai"und"den Anderen"(FO Name weis ich nicht mehr).Letztere sind orangebraun mit etwas verwaschener Gesichtsmaske und innerartlich uebel aggressiv!Der bekannte Brunai dagegen ist dieser wunderschoene Rote mit blau in den Flossen und schwarzer Maske.Traumhafte Tiere und innerartlich kaum aggro.Dies haben wir auch schon nachgezogen wobei es da viel Geduld bedarf.Jemand hat dazu mal geschrieben:"Der Herr hat Betta macrostoma erschaffen um der Aquarianer in den Wahnsinn zu treiben".Dies kann ich nur bestaetigen.

Zur Haltung benoetigt man ein Becken mind.80x40x35 fuer ein Paar.Obwohl im nat.Habitat von Macrostoma kaum Pflanzen vorkommen sind sollten doch einige,welche vorzugweise bis an die Wasseroberflaeche reichen,in Becken vorhanden seni.Weiches etwas saures Wasser mit einem PH Wert von 5,5-6,5 ist ein Muss.Macros sind unter Umstaenden empfindlichen gegen Altwasser.Das Beckenwasser sollte also unbedingt regelmaessig gewechselt werden um die Keimdichte so gering wie moeglich zu halten.Als Futter eignen sich junge bis ausgewachsene Garnelen(Red Fire z.B.)hervorragend.Dies ist in vielen Macrohabitaten auch deren Haubtnahrung.Ansonsten wird jegliches kraeftigs Lebend,-und hochwertiges Frostfutter genommen.Wichtig fuer eine gesunde Verdauung sind Wasserfloehe oder eben Garnelen.
Wird ein naturnahes Becken angestrebt,also mit Wurzeln und Hoelzern ist ein UV Klaerer,nach dem Filter geschaltet,von Vorteil.(reduziert Keimdichte aufgrund des Zersetzungsprozesses der Hoelzer).
Noch Fragen?
Immer her damit.......

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Offline adde

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #10 am: 04. Juni 2017, 00:50:31 »
 :supi: :supi: :supi:
boah, ja, noch tausend fragen...
moin erstmal!

Und dann DANKE!!!! sehr ausführlich wieder mal beschrieben. Beide Daumen hoch von mir!!!

Ahh, ja hattest recht, es geht um den König!
Ich War der Meinung, das es noch Exemplare mit Weiß in der Maske gibt?

LG
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Offline Stan

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #11 am: 14. Juni 2017, 19:35:43 »
Mahlzeit,
dann meinst Du wohl den Koenig der Bettas,-Betta macrostoma von dem es,was die wenigsten wissen auch zwei FO gibt die sich nicht nur von Aussehen sondern auch von Wesen extrem unterscheiden.
Wir hatten Beide,den bekannten"Brunai"und"den Anderen"(FO Name weis ich nicht mehr).Letztere sind orangebraun mit etwas verwaschener Gesichtsmaske und innerartlich uebel aggressiv!Der bekannte Brunai dagegen ist dieser wunderschoene Rote mit blau in den Flossen und schwarzer Maske.Traumhafte Tiere und innerartlich kaum aggro.Dies haben wir auch schon nachgezogen wobei es da viel Geduld bedarf.Jemand hat dazu mal geschrieben:"Der Herr hat Betta macrostoma erschaffen um der Aquarianer in den Wahnsinn zu treiben".Dies kann ich nur bestaetigen.

Zur Haltung benoetigt man ein Becken mind.80x40x35 fuer ein Paar.Obwohl im nat.Habitat von Macrostoma kaum Pflanzen vorkommen sind sollten doch einige,welche vorzugweise bis an die Wasseroberflaeche reichen,in Becken vorhanden seni.Weiches etwas saures Wasser mit einem PH Wert von 5,5-6,5 ist ein Muss.Macros sind unter Umstaenden empfindlichen gegen Altwasser.Das Beckenwasser sollte also unbedingt regelmaessig gewechselt werden um die Keimdichte so gering wie moeglich zu halten.Als Futter eignen sich junge bis ausgewachsene Garnelen(Red Fire z.B.)hervorragend.Dies ist in vielen Macrohabitaten auch deren Haubtnahrung.Ansonsten wird jegliches kraeftigs Lebend,-und hochwertiges Frostfutter genommen.Wichtig fuer eine gesunde Verdauung sind Wasserfloehe oder eben Garnelen.
Wird ein naturnahes Becken angestrebt,also mit Wurzeln und Hoelzern ist ein UV Klaerer,nach dem Filter geschaltet,von Vorteil.(reduziert Keimdichte aufgrund des Zersetzungsprozesses der Hoelzer).
Noch Fragen?
Immer her damit.......

Gruesse

Hi,

uh da hab ich eine interessante Diskussion fast verpasst. :)

Es stimmt tatsächlich, dass grundsätzlich zwei Fundorte unterschieden werden: "Marudi" (Malaysia) und "Brunei". Jedoch ist die Sache eigentlich viel komplizierter. Macs kommen sowohl in Brunei als auch in Malaysia an vielen unterschiedlichen Stellen vor und können sich sogar je nach Quelle stark unterscheiden. Das betrifft sowohl die Farbenintensität, als auch Körperform, die Maske und das Ocelli in der Rückenflosse.

Hier sind zwei Tiere jeweils aus der Nähe von Marudi und aus Labi Forest welches sich auf der anderen Seite des Berges befindet.





Was ihre Aggressivität anbetrifft... In der Nähe von Marudi fand ich die Tiere in großer Dichte auf engstem Raum vor. Wahrscheinlich muss man hier durchsetzungsfähig sein um sich etwas Raum zu verschaffen, die Aggressivität verteilt sich jedoch auf viele Tiere die um einen herumschwimmen. Ich habe 10 Stück mitgebracht und sie kommen in einem 150cm Becken wunderbar zu Recht. Der Häuptling hatte auch schon mehrfach Babys, interessanterweise gibt es außer während des Ablaichens keinerlei Paarbindung.

Macs in Brunei fanden wir nur vereinzelt vor. Es gibt aber auch Orte, wo sie in Vielzahl vorkommen sollen. Leider konnte ich keine mitnehmen, daher kann ich nichts über ihr Verhalten sagen

Hier ein Paar Inspirationen für ein Biotopaquarium:

https://www.youtube.com/watch?v=ARLzfL8-D4Q

https://www.youtube.com/watch?v=y4IFNBVhLmI


Grundsätzlich ist so ziemlich alles was keine Pflanzen hat biotopgerecht. Die Tiere kommen sowohl in praktischen stehenden Gewässern mit viel Laub und Wurzeln vor, als auch in schnellfliessenden Flüssen oder in seichten Bergbächen (Tanganjika set up), sogar im Schlamm (kaum noch Wasser) findet man welche. An diesen Orten gibt es nur wenige andere Fischarten. Meistens leben sie alleine, an einigen Stellen kommen auch Rasbora tubbi, Channa cf. bleheri und eine weitere Kampffischart Betta akarensis vor.


Auf jeden Fall eine sehr coole, aber wie schon erwähnt etwas anspruchsvolle Art!
Gruß Stan

Offline adde

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Re: Erfahrungen mit Micrctenopoma-Arten?
« Antwort #12 am: 06. August 2017, 01:12:26 »
Hey Stan, Ingo! :supi:
Vielen vielen Dank. Spiele mit dem Gedanken eines Paludariums...
MfG
ich
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