AutorThema: Gobioides broussonnetii  (Gelesen 1060 mal)

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Offline Xeno

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Gobioides broussonnetii
« am: 09. April 2017, 01:22:44 »
Hey,
gibt's hier Erfahrungen mit diesen höchst interessanten, jedoch kontrovers diskutierten Tieren?
Ich pflege einen Wildfang seit 4 Monaten- Rüdiger ist der Name.
ila_rendered
Das Tier wurde in Süßwasser gefangen und wird bis dato in reinem (wahrscheinlich recht weichem) Süßwasser gepflegt.
Aktuell auf 120x50x50, einem meiner Aufzuchtbecken.
Einen Clip des "Kleinen" (misst mittlerweile gute 20cm) gibt's natürlich auch:
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=EuTFyIJcKiM" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=EuTFyIJcKiM</a>

Bisher zeigt das Tier keinerlei negative Veränderungen, die auf eine Haltung im Süßwasser zurückzuführen wären.
Sollte es dazu kommen, gibt's für ihn ein Brackwasserbecken (worauf ich fast schon warte... ich möchte Gymnothorax tile pflegen!)

MfG,
David
« Letzte Änderung: 15. September 2017, 20:57:08 von Xeno »
MfG,
David

Offline Xeno

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Re: Gobioides broussonettii
« Antwort #1 am: 11. Juli 2017, 20:47:09 »
Hey,
und mal ein aktueller Clip:
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=aExE5n-V17M" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=aExE5n-V17M</a>
MfG,
David

Offline Xeno

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Re: Gobioides broussonettii
« Antwort #2 am: 15. September 2017, 20:55:27 »
Und noch ein aktuelles Video, mittlerweile mit um 27cm in der Länge!
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=sYBZ2Wrftbw" target="_blank">http://www.youtube.com/watch?v=sYBZ2Wrftbw</a>
MfG,
David

Offline Ferrika

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Re: Gobioides broussonnetii
« Antwort #3 am: 30. September 2017, 04:08:10 »
Irgendwie reagiert hier gar keiner auf Deinen Rüdiger, ne? Sauerei! Nicht mal Rüdiger  :groel:

Eigentlich merkwürdig, dass die so selten gehalten werden. Erzähl uns mal ein bisschen über den, David. Haltung, Futter, Verhalten uns so.
LG Jutta

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Offline Xeno

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Re: Gobioides broussonnetii
« Antwort #4 am: 21. November 2017, 21:21:59 »
Hey Jutta!
Ich bin mal so dreist und kopiere hier einfach, was ich in einem anderen Forum bereits geschrieben hatte:
Also Gobioides broussonnetii ist in Deutschland wenig verbreitet, wer hätte es gedacht?
Die Gründe dafür sind recht verständlich:
Nur wenige Tiere vertragen auf Dauer Süßwasser!
Mein Exemplar kennt bis dato nichts anderes, ich bin aber bereit jederzeit umzurüsten, sobald sich sein Verhalten zum negativen wendet!
(Der stille Wunsch nach Brackwasser ist sowieso da... Gymnothorax tile ist ein Traum!)
Die Endgröße liegt zwischen 40cm und 60cm!
Gut, Alttiere bewegen sich nur noch zur Fütterung, aber die Größe hat eine gute Schockfunktion für uninformierte Menschen.
Es sind Nahrungsspezialisten!
Die Tiere reagieren nicht auf Bewegungen vor dem Becken, mit den stecknadelkopfgroßen Augen ist ihr Sehvermögen sehr eingeschränkt!
Die Futtersuche funktioniert also nicht durch das optische Entdecken des Futters, nein es wird gewittert!
Gebe ich Futter in's Becken fängt das Tierchen an Wasser durch das Maul und die Kiemen zu Pumpen und findet so zum Futter.
Das große Maul erinnert tatsächlich an einen Räuber, ist der Gute aber weit von entfernt!
Es dient zur Filtrierung des Bodengrundes bei der Futtersuche!
Er frisst primär Mückenlarven und Diskuspellets, geschnittener Stint wird "ausgelutscht", da er ihn nicht runterbekommt!
Und durch dieses Fressverhalten sind die Tiere in normalen Gesellschaftsbecken fehl am Platze, scheue Exemplare würden einfach verhungern oder von territorialen Fische zerlegt werden.
Auch Rüdiger wehrt sich nicht, wenn der Datnioides polota in Einzelhaft (ich pflege vier, aber dieses Tier versuchte nach dem Einsetzen die Artgenossen mit gezielten Bissen an den Kiemen so zu verletzten, dass diese daran verenden würden) mal wieder seine 5 Minuten hat.

Wobei ich sagen muss, dass ich mit dem Guten in jeder Hinsicht Glück habe, er frisst super, ist definitiv nicht scheu, permanent aktiv und verträgt Süßwasser.

Also zusammenfassend:
Ein großwerdender, nicht immer für's Süßwasser geeigneter, fast gesellschaftsunfähiger Filtrierer.

Haltungsbedingungen würde ich folgendermaßen formulieren:
Wissenschaftliche Bezeichnung: Gobioides broussonnetii
Gängige Bezeichnung: Violetgoby
Deutsche Bezeichnung: Aalgrundel
Endgröße: 40-60cm
Wasserbeschaffenheit: Süß- tendenziell aber eher Brackwasser, Temperatur um 25 Grad
Beckengröße: laut amerikanischer Halter ab 100x40, meines Erachtens nach ab 120x50
Fütterung: Algenhaltige Tabs, Frostfutter, zerkleinerter Stint oder Shrimps
Vergesellschaftung: keine territorialen Tiere, keine schnellen Fresser! Polypteridae haben sich als ideale Gesellschaft herausgestellt!
Anfälligkeit; abhängig vom Individuum
Territorialverhalten: innerartlich weiß ich es nicht, gegenüber Artfremden nicht vorhanden
Beckengestaltung: lange Höhlen und Unterstände, sandige Flächen , die Art gräbt!
Genereller Schwierigkeitsgrad: für fortgeschrittene Aquarianer mit Erfahrung mit Nahrungsspezialisten und genügend Kapazitäten!

Nach nun etwa einem Jahr unproblematischer Haltung im Süßwasser, bekommt der Gute aber nun auch ein Brackwasserbecken!
http://das-grundelforum.de/haltung-pflege-vergesellschaftung/auf-in's-brack!/
MfG,
David

Offline TINE

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Re: Gobioides broussonnetii
« Antwort #5 am: 21. November 2017, 23:26:34 »
Spannender Bericht über einen interessanten Fisch! Wirkt aus manchen Perspektiven tatsächlich wie ein Drachen aus dem Märchen. An welche Beckengröße hast Du denn gedacht, wenn er ausgewachsen ist? 40-60 cm sind ja auch bei Bewegungslegasthenikern schon eine Hausnummer...
LG

Offline Xeno

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Re: Gobioides broussonnetii
« Antwort #6 am: Gestern um 02:05:34 »
Hey,
60cm sind eher ein Rekordwert, davon gehen wir mal nicht aus.
Das Tier hat ja einen aalartig gestreckten Körper, ist nicht ganz so flexibel, was man in der Gestaltung definitiv einkalkulieren muss.
Neben dem Steinhaufen für Gymnothorax, werde ich wahrscheinlich PVC Röhren aus dem Baumarkt holen, die dann in die Steinaufbauten integriert werden.
Gleichzeitig muss man im Hinterkopf behalten, dass die Größe der Tiere nicht der primäre Faktor für den Platzbedarf ist, nein das Verhalten ist es.
Also bisher ist nicht geplant, dass er in ein größeres Becken, als das aktuelle 120x50 Becken umzieht, wenn mir die Brackwasseraquaristik sehr zusagt, kann es auch zur Vergrößerung kommen.
MfG,
David